FAS NRW feiert 25-jähriges Bestehen
„Suchtselbsthilfe gestaltet Suchthilfe mit“
FAS NRW feiert 25-jähriges Bestehen mit rund 170 Gästen im Landtag Nordrhein-
Westfalen – Festakt setzt Zeichen für mehr Teilhabe, Akzeptanz und Mitgestaltung
Düsseldorf, 15. September 2026. Rund 170 Gäste aus Suchtselbsthilfe, professioneller
Suchthilfe, Politik und Gesundheitswesen haben am 11. September im Landtag Nordrhein-
Westfalen das 25-jährige Bestehen des Fachausschusses Suchtselbsthilfe NRW (FAS NRW)
gefeiert. Unter dem Motto „Brücken bauen für mehr Teilhabe und Akzeptanz“ ging es dabei
nicht nur um die vergangenen 25 Jahre, sondern vor allem um die zukünftige Rolle der
Suchtselbsthilfe.
Einen zentralen Gedanken des Jubiläums brachte Angelika Schels-Bernards, Vorsitzende des
Arbeitsausschusses Drogen und Sucht der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der
Freien Wohlfahrtspflege NRW, in ihrer Laudatio auf den Punkt:
„Weg von der Vorstellung: Wir beteiligen die Suchtselbsthilfe, lassen sie partizipieren. Hin zu
der Selbstverständlichkeit: Suchtselbsthilfe gestaltet Suchthilfe mit.“
Der FAS NRW setzt sich dafür ein, dass Menschen mit eigener Suchterfahrung und
Angehörige nicht nur gehört, sondern an der Weiterentwicklung des Hilfesystems beteiligt
werden. Ihr Erfahrungswissen soll als eigenständige Perspektive in Suchthilfe, Politik und
gesellschaftliche Debatten einfließen.
Wie unterschiedlich Erfahrungen und Wege sein können, zeigte das Podiumsgespräch mit
Ingo Häfner vom Kreuzbund und Björn Peterburs von JES NRW. Im Mittelpunkt standen
persönliche Wege aus der Sucht, Drogenkonsumräume und Drogenhilfe sowie
unterschiedliche Zugänge zu Unterstützung und Selbsthilfe.
Peter Burs machte dabei deutlich:
„Ein Recht auf respekt- und würdevollen Umgang, den sich keiner erst durch Abstinenz
verdienen muss.“
Häfner betonte die Bedeutung des gemeinsamen Dialogs, um „Solidarität und
Menschlichkeit gegen den Druck auf das Hilfesystem aufrechtzuerhalten“.
Auch der Sprecher*innenkreis des FAS NRW richtete den Blick auf die kommenden Jahre. Eine Zukunftsperspektive liegt in einer generations- und suchtformübergreifenden Suchtselbsthilfe. In der klassische Gruppenangebote und neue Formen von Recovery keine Gegensätze darstellen. Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Suchterfahrungen sollen voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.
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Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie |
„unverzichtbaren Partner für das Land Nordrhein-Westfalen“ und als wichtige Stütze für Menschen
mit Suchterkrankungen und ihre Angehörige.
Dr. Anna Larissa Tonn aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW
bezeichnete das Jubiläum als „ein Vierteljahrhundert engagierter Arbeit für mehr Teilhabe
und Akzeptanz von Menschen mit Suchterkrankung“.
Moderiert wurde der Festakt von Bernd Hoeber. Volker Voigt hielt die zentralen Gedanken
und Impulse des Nachmittags in einem Graphic Recording fest. Den musikalischen Abschluss
gestaltete der Popchor Lebenshunger.
Nach 25 Jahren bleibt der Anspruch des FAS NRW: Suchtselbsthilfe sichtbar zu machen,
Stigmatisierung abzubauen und dafür zu sorgen, dass Menschen mit Suchterfahrung und
Angehörige dort mitgestalten, wo über ihre Lebensrealitäten und die Zukunft der Suchthilfe
entschieden wird.